Geschichte

Burgscheidungen, eine in das frühe Mittelalter zurückgehende Burganlage
5. - 6. Im 5./6. ist „Scithingi“ nach Überlieferung die Hauptburg des Thüringer Großreichs

531 Die Franken und Sachsen schlagen die Thüringer auf dem Gebiet der heutigen Burg. König Irminfried und seine Frau Königin Amalaberga, eine Tochter des Ostgotenkönigs Theoderich des Großen, können fliehen. Ihre Nichte Prinzessin Radegunde wird um 540 Gemahlin des Frankenkönigs Chlothar.

874 Erste sichere urkundliche Erwähnung als „Scidingeburg“ im Abgabenverzeichnis des Klosters Fulda, später im Hersfelder Zehnt-Verzeichnis. Anfang des 10. Jhd. wird Burgscheidungen von König Heinrich I, der oft in der Pfalz Memleben (8 km Stromauf) weilt, zur Reichsburg erhoben.

1043 schenkt Kaiser Heinrich III das „Gut und Schloss zu Schidingen“ seiner Gattin Agnes von Aguitanien, die 1069 nach dem Tod ihres Gatten die Burg Bischof Otto von Bamberg übergibt.

1310 bis 1496 ist Burgscheidungen Adelsburg Lehensbesitz der Edlen Herren von Querfurt.

1536 Die Grafen von Wiehe erwerben Burgscheidungen

1628 gelangt die Burg in den Besitz der Grafen von Hoym

1699 kommt Anna Konstantina von Brockdorff (1680-1765), als Gemahlin des Grafen von Hoym (der Minister am Sächsischen Hof war) nach Burgscheidungen. Nach einem längeren Aufenthalt in Dresden wird Anna Konstantina von August dem Starken als seine Mätresse zur Gräfin von Cosel erhoben und später nach Burg Stolpen verbannt.

1722 kauft der Generalfeldzeugmeister des Königs von Sardinien, Freiherr Levin Friedrich von der Schulenburg, die Burg Burgscheidungen und lässt sie

1724 bis 1729 durch den sächsischen Landbaumeister David Schatz, ein Schüler Pöppelmanns, nach Abriss zweier Flügel, im Stile des Barock wieder errichten und den Park anlegen. Durch den vorzeitigen Tod des Bauherrn wurden nur der Nord- und Ostflügel neu erbaut. Süd- und Westflügel des vierschenkligen Baus mit Innenhof verbleiben aus der Zeit der Renaissance.
bis 1945 verbleibt das Schloss im Besitz der Schulenburgs

06/1945 Bis Juni 1945 ist die amerikanische Besatzungsarmee in Burgscheidungen; ab Juni 1945 übernimmt die sowjetische Besatzungsarmee Burgscheidungen.

1945 Herbst 1945 Bodenreform in Burgscheidungen. Enteignung des Grundbesitzes der Schulenburgs, Verteilung von insgesamt 787,25 ha Ackerland, Wiesen, Plantagen und Wald an 39 Kleinbauern und 38 Neusiedler, das verbleibende Restgut wird zunächst verpachtet, später auf Befehl des sowjetischen Kommandanten Gardemajor Tychow ebenfalls aufgeteilt. Das Land wurde zunächst gemeinschaftlich von den Neubauern bewirtschaftet.

1946 Gründung des Komitees der gegenseitigen Bauernhilfe

1947 Einrichtung einer Maschinenausleihstation im Schafstall und im Schüttboden des ehemaligen Gutes Burgscheidungen

1952 LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft).

1956 Zentrale Schulungstätte der Ost-CDU im Schloss

1960 Umbau der Wirtschaftsgebäude im Nordwinkel des Torhauses in die heutigen Nutzbauten

1970 Neubau des Wohnhauses unterhalb des Ostflügels

1976 Neubau der Bettenhäuser.

1990 Treuhandanstalt verwaltet Burgscheidungen

1995 Die Treuhandanstalt verkauft Burgscheidunen an die Eheleute Dächert und Isenberg. Das Schloss soll in ein Schloss- Hotel umgebaut werden. Der Umbau kann nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Schloss verfällt in einen "Dornröschenschlaf". Lediglich die "gute Seele", Herr Richter und seine Gattin, pflegen das Schloss und Park liebevoll.

11/2007 verkauft die Eigentümergemeinschaft Dächert/Isenberg Schloss Burgscheidungen an den neuen Eigentümer.

08/2008 Nach langem Warten erfolgt die Eintragung für den neuen Eigentümer lasten- und auflagenfrei im Grundbuch. Die Renovierung kann beginnen.

12/2008 Die Baugenehmigung für den Umbau des ehem. Heizhauses zum Cafe/Restaurant „Gräfin Cosel“ wird erteilt.
Der Umbau kann endlich beginnen, gestaltet sich aber aufwendiger und langwieriger als angedacht. Die Eröffnung ist für Herbst 2010 geplant.


04/2010 Der erste Teil des Nordflügels ist fertig restauriert und wird für die Öffentlichkeit als Cafe im! Schloss wieder eröffnet. Feierlichkeiten aller Art (Hochzeiten, Geburtstage) uvm. werden in den prunkvollen Räumen durchgeführt.


07/2010 Der gesamte Nordflügel im EG ist fertig restauriert. Hinzu kommen der Blaue Salon für Veranstaltungen aller Art und der rote Salon als Trauzimmer, sowie das kleine Audienzzimmer im süd-westlichsten Teil des barocken Hauptflügels. Die gesamte Enfilade des Nordflügel ist somit komplett und konnte erstmals zum Sonnenball, dem größten deutschen Barockball, zu bestaunt werden.

05/2011 Das Restaurant & Cafe "Gräfin Cosel" wird feierlich eröffnet. Das Restaurant bietet internationale Speisen und eine große Kuchenauswahl.
Die Panorama-Terrasse bietet einen herrlichem Weitblick über das Unstruttal.

04/2012 Für Übernachtungen stehen zwei Suiten (55qm und 120qm) mit Blick auf Schloss und Park bereit.

Die älteste noch lebende Tochter des letzten Grafen von der Schulenburg, der bis 1945 auf dem Schloss mit seinen Töchtern lebte, besuchte das Schloss mit Ihrer Familie.